Geschichte Widdershausen

Geschichte der Gemeinde Widdershausen

Die kirchlichen Auseinandersetzungen des Jahres 1873 führten zur Bildung der so genannten „renitenten“, der selbstständigen evangelisch-lutherischen Gemeinden in Hessen. Zu ihnen gehörte auch die Gemeinde in Widdershausen.
Im Jahre 1873 veranlasste der preußischen Kultusminister durch eine Kabinettsorder des Königs von Preußen die Zusammenlegung der drei Kirchenverwaltungen (Konsistorien) Marburg, Kassel und Hanau zu dem Gesamtkonsistoriumin Kassel.

Alte Kirche

Alte Kirche von Widdershausen

Über 40 hessische Pfarrer widersetzten sich der Zwangsunion der kurhessischen Kirchen, was zu ihrer Suspendierung und Amtsenthebung führte.
Auf einem Missionsfest des Jahres 1874 in Melsungen trafen der Bürgermeister Adam Thänert und der Küfer Georg Mötzing aus Widdershausen den renitenten Pfarrer Friedrich Pfeiffer aus Breitau, der im Dezember 1873 abgesetzt worden war. Aus dieser Begegnung erfolgte eine Einladung und ein erster Besuch des Pfarrers am 12.09.1874 in Widdershausen.

Nach einigen Besuchen von Pfarrer Pfeiffer unterzeichneten im August 1875 27 Personen aus Widdershausen und 5 Personen aus Heringen ihren Austritt aus der Staatskirche. Am 22. August 1875 fand der erste Abendsmahlsgottesdienst mit Pfarrer Pfeiffer statt. Die Gemeinde Widdershausen war gegründet.

Neue Kirche

Neue Kirche von Widdershausen

Die Gemeinde vergrößerte sich, und zählte Pfingsten 1876 57 Kommunikanten. Am 18. Juni 1876 wurde die Bachmannsche Hofraide als Gottesdienstgebäude erworben.
Die Einweihung der ersten Kirche in Widdershausen fand am 26. Dezember 1877 um 6 Uhr bei Licht statt. In den Jahren 1892 und 1893 wurde neben der Kirche ein Pfarrhaus errichtet.
Von der alten baufälligen und zu klein geworden Kirche wurde am 29. Mai 1950 mit einem Gottesdienst Abschied genommen.
Noch vor dem 75jährigem Gemeindejubiläum geschah die Grundsteinlegung zum Kirchenneubau am 10. August 1950. Am 21. Oktober 1951 wurde die jetzige Kirche der Gemeinde Widdershausen eingeweiht.